Nach vielen Jahren Pause war es Zeit für ein Comeback. Bewaffnet mit meiner Canon EOS RP und einem guten Teleobjektiv ging es am 9. September in den Tierpark Berlin. Der Spätsommer meinte es gut: Das Licht war weich, die Blätter zeigten erste herbstliche Nuancen und die Tiere waren bei den milden Temperaturen deutlich aktiver als in der prallen Mittagshitze des Hochsommers.
Weitläufigkeit als fotografische Chance
Was mir sofort wieder auffiel: Der Tierpark erfordert Geduld und Ausdauer. Aber genau das macht den Reiz aus. Anders als im Zoo stehen hier die Tiere oft in Landschaften, die ihren natürlichen Habitaten nachempfunden sind.
- Das Alfred-Brehm-Haus: Nach der Sanierung ist das Regenwaldhaus ein Muss. Die EOS RP konnte hier zeigen, was sie bei wenig Licht (High ISO) leisten kann. Besonders die Flughunde und die Raubkatzen hinter den Glasscheiben waren eine Herausforderung, die mit offener Blende und dem präzisen Augen-Autofokus der Kamera aber fantastisch zu meistern war.
- Die Bison-Prärie & Giraffen-Anlage: Hier ist Brennweite gefragt. Dank des Vollformatsensors konnte ich die Tiere schön vom Hintergrund freistellen, sodass die Zäune in der Unschärfe verschwanden.
Highlights vor der Linse
Ein besonderer Fokus lag dieses Mal auf den Details. Anstatt nur das ganze Tier abzulichten, habe ich versucht, Texturen einzufangen: Das raue Fell der Kamele, das Auge eines Greifvogels oder die fast menschlichen Züge der Affen.
Meine fotografischen Erkenntnisse des Tages:
- Perspektivwechsel: Da viele Gehege auf Augenhöhe oder leicht erhöht sind, konnte ich oft den „Gitter-Look“ vermeiden, indem ich nah an die Begrenzungen heranging (natürlich im sicheren Rahmen).
- Geduld zahlt sich aus: Bei den Roten Pandas hieß es warten. Erst nach 20 Minuten bequeme sich einer der kleinen Kerle aus dem Geäst – der Moment für den perfekten Schuss.
- Lichtspiel im Schlosspark: Das Schloss Friedrichsfelde inmitten des Parks bot am Nachmittag eine tolle Kulisse für ein paar Architekturaufnahmen als Kontrast zur Tierwelt.
Fazit eines Hobbyfotografen
Der Tierpark hat sich in den letzten Jahren enorm entwickelt. Er wirkt moderner, weitläufiger und bietet für Fotografen deutlich mehr „unverbaute“ Motive als früher. Die EOS RP war der ideale Begleiter: leicht genug, um sie den ganzen Tag über die weiten Wege zu tragen, und leistungsstark genug für die schwierigen Lichtverhältnisse in den Tierhäusern.
Ein Tag reicht kaum aus, um alles festzuhalten, aber die Ausbeute auf der Speicherkarte erzählt die Geschichte einer erfolgreichen Rückkehr nach vielen Jahren.
