Instrument: ZWO Seestar S50
Zubehör: Mitgelieferter Objektiv-Sonnenfilter
Objekt: Sonne (Weißlicht)
1. Vorbereitung und Sicherheit
Vor dem Einschalten des Geräts wurde der im Lieferumfang enthaltene Sonnenfilter fest auf das Objektiv des Seestar S50 aufgesteckt. Dies ist eine notwendige Sicherheitsmaßnahme, um die Optik und den IMX462-Sensor vor dauerhaften Schäden durch die hohe Strahlungsintensität zu schützen. Das Stativ wurde auf festem Untergrund nivelliert.
2. Initialisierung im Sonnen-Modus
Nach dem Start der App wurde der spezifische „Sonnen-Modus“ ausgewählt. Da ein herkömmliches Plate-Solving am Taghimmel mangels sichtbarer Sterne nicht möglich ist, nutzte das System den integrierten Kompass und die GPS-Daten zur groben Ausrichtung. Die finale Zentrierung der Sonnenscheibe erfolgte manuell über das digitale Steuerkreuz der App, bis das Objekt im Sichtfeld erschien.
3. Bildaufnahme und Analyse
Nachdem die Sonne zentriert war, wurde der Autofokus aktiviert. Trotz der thermischen Unruhe der Luft (Seeing) am Vormittag lieferte das System ein stabiles Bild.
Technische Beobachtungen:
- Sonnenflecken: Es konnten mehrere Fleckengruppen identifiziert werden. Die Unterscheidung zwischen Umbra (dunkler Kern) und Penumbra (hellerer Hof) war bei den größeren Flecken deutlich erkennbar.
- Granulation: Bei ruhigeren Luftmomenten ließ sich eine leichte Körnung der Photosphäre (Granulation) auf dem Display erahnen.
- Randabdunklung: Der Helligkeitsabfall zum Rand der Sonnenscheibe hin wurde vom Sensor korrekt erfasst und ohne Übersteuerung wiedergegeben.
4. Datenerfassung
Es wurden mehrer Einzelbilder im JPG-Format sowie ein zweiminütiges Video im MP4-Format aufgenommen. Die Belichtungszeit und der Gain wurden vom Algorithmus automatisch so geregelt, dass die Oberflächendetails trotz der enormen Helligkeit nicht ausbrannten.
5. Fazit
Die erste Sonnenbeobachtung verlief erfolgreich. Die Filterlösung des Seestar S50 bietet eine sichere Methode zur Dokumentation der Sonnenaktivität. Der gesamte Vorgang vom Aufbau bis zur Sicherung der ersten Bilder beanspruchte etwa 15 Minuten.
Analyse der Sonnenaktivität (03.03.2025)
An diesem Tag befand sich die Sonne in einer Phase moderater bis hoher Aktivität, da der Sonnenzyklus 25 seinem Maximum (prognostiziert für Mitte 2025) entgegensteuerte.
Wichtigste Daten:
- Sonnenfleckengruppen: Auf der erzugewandten Seite der Sonnenscheibe befanden sich laut NOAA-Berichten etwa 7 nummerierte Sonnenfleckengruppen. Besonders hervorzuheben ist die Region AR 4010, die bereits am 01. März einen C-Klasse-Flare produzierte und am 03. März weiterhin aktiv war.
- Flare-Aktivität: Die Vorhersage für den 03. März gab eine 25 % Wahrscheinlichkeit für M-Klasse-Flares (mittelschwere Eruptionen) an. Das bedeutet, dass die Flecken, die ich aufgenommen habe, magnetisch komplex waren.
- Weltraumwetter: Während die geomagnetische Aktivität auf der Erde mit einem Kp-Index von 2–3 (ruhig) gemeldet wurde, gab es Warnungen vor einem eintreffenden Sonnensturm für den Folgetag (04.03.), was auf instabile aktive Regionen hindeutet, welche ich möglicherweise am Sonnenrand oder im Zentrum fotografiert habe.
