Die Magie der Glaskugel: Eine Welt im Fokus

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Wer zum ersten Mal durch eine massive Glaskugel fotografiert, bemerkt sofort den verblüffenden Effekt: Die gesamte Umgebung wird in der Kugel eingefangen, allerdings um 180 Grad gedreht. Das liegt an der Lichtbrechung (Refraktion). Die Kugel wirkt wie eine Sammellinse, die das Licht bündelt und das Bild auf dem Kopf stehend im Inneren projiziert.

Warum macht man das?

Die Glaskugel dient als ein natürlicher Rahmen (Frame-in-Frame-Effekt). Sie isoliert ein Motiv aus der Umgebung und konzentriert den Blick des Betrachters auf einen glasklaren, fast magisch wirkenden Ausschnitt. Besonders Architektur, Landschaften oder markante Strukturen (wie das Schiffshebewerk Niederfinow!) wirken darin wie eine eigene kleine Welt.


Tipps für das perfekte Glaskugel-Foto

Um mit einer Kamera wie der Canon EOS RP das Beste aus der Kugel herauszuholen, solltest du auf folgende Punkte achten:

  1. Die Wahl der Blende:Nutze eine relativ weite Blende (z. B. $f/2.8$ bis $f/5.6$). Das Ziel ist es, das Bild innerhalb der Kugel gestochen scharf abzubilden, während der tatsächliche Hintergrund in einer schönen Unschärfe (Bokeh) verschwimmt. So wird die Kugel zum klaren Mittelpunkt.
  2. Der Fokus:Stelle den Fokuspunkt manuell oder per Touch-AF direkt auf das Motiv innerhalb der Kugel. Da die Kugel die optischen Gesetze verändert, muss die Kamera sehr präzise auf das Glas fokussieren.
  3. Abstand halten:Gehe nicht zu nah mit dem Objektiv an die Kugel heran, sonst bekommst du Probleme mit der Naheinstellgrenze. Ein Makro-Objektiv oder ein leichtes Tele ist oft ideal.
  4. Sicherheit und Licht:
    • Vorsicht bei Sonne: Die Kugel wirkt wie ein Brennglas. In der prallen Sonne kann sie sehr heiß werden oder sogar Oberflächen (oder deine Hand!) versengen.
    • Reflektionen: Achte darauf, dass du dich selbst oder dein Stativ nicht störend in der Kugel spiegelst.

Die Nachbearbeitung

Da das Bild in der Kugel auf dem Kopf steht, hast du in der Nachbearbeitung zwei kreative Möglichkeiten:

  • Das Bild so lassen: Es wirkt künstlerisch und abstrakt.
  • Das Foto um 180 Grad drehen: Dann steht das Motiv in der Kugel richtig herum, aber die echte Welt im Hintergrund steht auf dem Kopf. Das erzeugt einen sehr surrealen, spannenden Look.

Kleiner Profi-Trick: Nutze einen kleinen Silikonring oder eine Vertiefung im Boden, damit die Kugel nicht wegrollt – besonders an Abgründen oder im Wasser ein lebenswichtiger Tipp für das Glas!

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