Fotoserie · 07.09.2026
Jesuitenkirche Wien – Barock, Licht und Perspektive
Mitten in der Wiener Innenstadt öffnet sich ein Raum, der zunächst kaum vollständig zu erfassen ist. Die Jesuitenkirche am Dr.-Ignaz-Seipel-Platz lebt von ihrer außergewöhnlichen barocken Inszenierung: mächtige Säulen, reich geschmückte Altäre, Fresken, vergoldete Ornamente und eine Architektur, die den Blick immer wieder nach oben zieht.
Die Kirche wurde im 17. Jahrhundert errichtet und zu Beginn des 18. Jahrhunderts unter maßgeblicher Mitwirkung des italienischen Jesuiten, Malers und Architekten Andrea Pozzo grundlegend barock umgestaltet. Pozzo war ein Meister der illusionistischen Architekturmalerei – entsprechend verschwimmen im Kirchenraum immer wieder die Grenzen zwischen gebauter Architektur, Malerei und optischer Täuschung.
Diese Fotoserie versucht deshalb nicht, den Raum einfach vollständig abzubilden. Sie folgt vielmehr dem Blick durch die Kirche: vom großen Ganzen zu einzelnen Details, von der Symmetrie des Kirchenschiffs über Marmor, Gold und Skulpturen bis hinauf zu den bemalten Gewölben und der scheinbaren Architektur über den Köpfen der Besucher.
Manches erschließt sich erst beim zweiten Hinsehen. Licht fällt durch hohe Fenster, lässt Vergoldungen hervortreten und andere Bereiche beinahe im Dunkel verschwinden. Perspektiven verändern sich mit wenigen Schritten. Details, die aus der Entfernung Teil eines überwältigenden Ganzen sind, entwickeln aus der Nähe plötzlich ihre eigene Wirkung.
Entstanden ist keine Dokumentation im klassischen Sinne, sondern ein fotografischer Spaziergang durch einen Raum, der vom Wechsel zwischen Monumentalität und Detail lebt.
Die Folge
8 Fotografien







